Regelmäßig ist London unter den Top 10 der jährlich meistbesuchten Städte zu finden. Und die allerallerallerwenigsten besuchen die Stadt sicher, um einen Laden in der Seven Sisters Road aufzusuchen, der noch dazu etwas abseits zu den touristischen Angeboten liegt. Etwas Besonderes ist der Laden aufgrund seines Angebotes. Es wird nicht nur Garn und vieles mehr verkauft, sondern es wird auch ein spannendes textiles Kursprogramm angeboten. Wer kommt schon auf die Idee, in London an einem Spinn- oder Webkurs teilzunehmen? Aber das ist durchaus möglich. Ebenfalls spannend ist die Teilnahme an einer zweijährigen Weberklasse, um die individuellen Fertigkeiten auszubauen und seine Fähigkeiten im Weben zu erweitern. Alles ist möglich in der textilen Welt.

Mehr dazu unter www.handweavers.co.uk

 

Amsterdam lockt. Jedes Jahr am dritten Juniwochenende öffnen über 20 Gärten zu den "Open Tuinen Dagen" ihre Pforten. Für neugierige Gartenliebhaber ist dieses jährliche Event sicher ein Muss. Aber ich schweife ab. Seit einiger Zeit betreibt Sytze Roos eine Weberwerkstatt in Amsterdam und vermietet Webstühle an alle, die Lust auf das alte Handwerk haben. Die Anzahl der Webstühle in der Werkstatt ist beachtlich. Aber es besteht auch die Möglichkeit in 6 aufeinander aufbauenden Semestern das Weberhandwerk von Grund auf zu lernen. Sytze ist ein Teil von "Keskusta". Die Liste der internationalen Ausstellungen ist lang, umso schöner, das sie vor einigen Jahren auch am Textilmarkt im tim, staatliches Textil- und Industriemuseum Augsburg vertreten waren und den Süden Deutschlands mit ihren textilen Werken beglückt haben. Es gibt schlechtere Gründe, um nach Amsterdam zu reisen. Warum nicht einmal zum Weben?

Mehr dazu unter www.ambachtelijke-weverij.nl

 

Von Süd nach Nord. Und ostfriesisches Platt. Ostfriesland ist die nordwestlichste Region Deutschlands. Routenplaner sind toll, spucken sie doch sofort und gleich Zahlen aus, die eine Reiseentscheidung oft und sofort beeinflussen können. Die Entfernung München - Aurich in Ostfriesland beträgt 882 Km. Nach schlappen 713 Km kann es sich der Oberbayer schon mitten in der Toskana, genauer in Siena, gut gehen lassen. Nichtsdestotrotz. Auch im hohen Norden gibt es die Möglichkeit, von der Pieke auf das Weben zu lernen. Viele engagierte Webenthusiasten halten in einer ehemaligen, einklassigen Dorfschule Kurse ab, damit das Wissen um das Handwerk nicht verloren geht.

Mehr dazu unter www.webmuseum-ostfriesland.de

 

Uralte Bauernhöfe. Almen und saftige Wiesen. Das Ultental ist ein nicht zu überlaufenes Tal in Südtirol und lockt im Sommer mit herrlichen Wandermöglichkeiten. Und im Winter? In den Wintermonaten gibt es ein feines Kursangebot an der Winterschule in Ulten, unter anderem in Textil- und Holzverarbeitung. Die jeweiligen Fachkurse können nach bestandener Prüfung und Besuch aller notwendigen, aufeinander aufbauenden Kurse mit einem Zertifikat abgeschlossen werden.

Mehr dazu unter www.winterschule-ultental.it

 

Die Landwirtschaftliche Lehranstalt in Imst feiert bald ihr hundertjähriges Bestehen. Seit ihrer Gründung kurz nach dem ersten Weltkrieg bietet sie qualifizierte Bildungsmöglichkeiten für den ländlichen Raum an. Bereits zur Anfangszeit ab 1921 war eine Ausbildung im Weberhandwerk an der Schule möglich. Da das Weben in der Folgezeit unpopulär wurde, fanden sich nicht mehr genug Schüler/Schülerinnen und der reguläre Ausbildungsbetrieb, mit der Möglichkeit einen anerkannten Abschluss zu erwerben, wurde eingestellt. Umso erfreulicher ist es, dass die Weberwerkstatt samt seinen alten Webstühlen trotzdem nicht aufgegeben wurde. Annegret Schwegler, eine deutsche Webermeisterin, bietet in aufeinander aufbauenden Kursen die Möglichkeit an, das Weberhandwerk von Grund auf zu lernen. In dieser schönen Werkstatt mit seinen zahlreichen Webstühlen und großer Fensterfront mit Blick auf den Tschirgant macht das Weben einfach Freude.

Mehr dazu unter www.lla.ihc.at

 

Ländlicher geht es nicht. Der Werkhof Kukate liegt in fast Alleinlage mitten im Wendland. Das ist jetzt nicht das Besondere. Das Besondere sind die angebotenen Kurse. Am Hof gibt es verschiedene, gut eingerichtete, Werkstätten u.a. für Holzliebhaber, für Goldschmiedebegeisterte und eine Weberwerkstatt mit zahlreichen Webstühlen. Nun, Webstühle stehen auch in anderen Werkstätten und auch die bieten teilweise Kurse an, um das Weberhandwerk zu lernen. Am Werkhof jedoch ist es möglich, sich in vier Jahren durch den Besuch der sog. Weberklasse auf die Abschlussprüfung zum/zur Textilgestalter/in im Handwerk, Fachrichtung Weben, vorzubereiten und die Prüfung abzulegen. Und das macht den Werkhof einmalig.

Mehr dazu unter www.werkhof-kukate.de